Lebensbundprinzip
Bedeutung für unseren Bund Gemessen an der Zahl der nach der Reaktivierung 1961 aufgenommenen Bundesbrüder hält sich die Zahl der regelmäßig am Verbindungsleben teilnehmenden Bundesbrüder in Grenzen. Ein Vergleich mit anderen Corporationen ist schwierig. Es war seinerzeit kein Thema, wie nach der Aktivenzeit mit dem Lebensbundprinzip umgegangen werden soll. Es wurde einfach kein Versuch unternommen, den Begriff zu definieren und mit Leben zu erfüllen hierzu herrschte lange genug kein Bedarf. Das wird weitgehend dem innerhalb von 50 Jahren gesellschaftlichen Wandel geschuldet. Der Umgang mit hergebrachten Umgangs- und Verhaltensformen wird gerne mit dem Muff vergangener Zeiten in Zusammenhang gebracht. Somit gewann die „neue Freiheit“ und der Wunsch nach Unabhängigkeit die Oberhand sehr zum Nachteil langjähriger zuverlässiger Freundschaften. Diese sich breitmachende “Ellenbogenfreiheit” ist eher abgrenzender Egoismus als “Freiheit”. Man kann hier auch von „neuer Armut“ sprechen. Der 68er-Geist sowie das vergrößerte Freizeitangebot taten zusätzlich das Ihrige. Mitte bis Ende der 60er-Jahre nahm der Zulauf zur Badenia stark ab, sodass die Aktiven sich gezwungen sahen, Leute aufzunehmen, die nur selten den wahren Sinn der Verbindung sahen möglicherweise wurde er ihnen auch schlecht vermittelt. Masse statt Klasse. Häufig war deren einziger Sinn „Fiduzit“, „Boden hoch Rest weg“ und „Fidulität”. Genau so schnell waren diese Bbr. nach dem Studium auch wieder in der Versenkung verschwunden und sind zum Teil unauffindbar. Man kann also nicht alles den veränderten Zeiten schulden schon damals sahen sich die damals noch jungen AHs nicht veranlasst, gegenzusteuern. Und so war für viele die Verbindung nichts weiter als ein temporärar Zeitvertreib – mangels anderer Möglichkeiten. Etwas später zogen sich die alten AHs aus den Ämtern zurück und auch Ihre Besuche bei uns reduzierten sich altersbedingt. Gleichzeitig kam bei den jungen AHs wenig Lust auf, diese Ämter zu besetzen und auszufüllen, bzw. das Lebensbundprinzip zu praktizieren. Es wurde ihnen zwar zum Teil vorgelebt, aber nicht vermittelt. Wir realisieren sehr wohl, dass häufig nach dem Studium Beruf und Familie oft weit entfernt vom Studienort – vorrangig sind und deshalb eine spätere Zuwendung zur Verbindung für Viele schwierig wird. Sehr wohl herrschen innerhalb der Bundesbrüder, die allenfalls noch ihren Beitrag zahlen, verschiedene Gruppierungen, meist ähnlichen Jahrgangs, mehrheitlich sind dies jedoch Einzelgänger. Es genügt nicht, wenn wir das Lebensbundprinzip nur als Worthülse (lediglich 1x in der Satzung) betrachten. Es ist nach wie vor das grundlegende Prinzip einer jeden studentischen Corporation! Wir müssen ihm bereits in der Aktivitas wieder mehr Bedeutung beimessen und die Aktiven darauf sensibilisieren. Es kann auch nicht sein, dass es als genügend erachtet wird, lediglich den Beitrag zu zahlen damit ist das Lebensbundprinzip nicht erfüllt. Wir werden erst wieder glaubhaft, wenn sich die Alten Herren unter die jungen Aktiven mischen, denn nur mit gelebter Zusammengehörigkeit werden wir glaubhaft. Es sollte wieder unser Bestreben werden, sich verstärkt um verlorengegangene „Schäfchen“ zu bemühen, sei es, dass sie krank sind, zu weit entfernt sind oder einfach nicht mehr zurückfinden. Natürlich kann man manche Räder nicht zurückdrehen, aber ab heute den Hebel umlegen in ein neues Bewusstsein, das müsste gehen! Damit aus dem auseinandergelaufenen Haufen wieder eine weitgehend zusammengehörige Gemeinschaft wird. Wir müssen zusammengehören, denn nur so gewinnt bei uns das Lebensbundprinzip wieder an Leben! Spähfuxen würden wieder erkennen, was bei uns den Unterschied macht, und dass es sich lohnt, bei uns zu sein. Je besser uns dieses gelingt, umso besser geht es der Badenia! Die jungen Bundesbrüder, die Anno 2001 nach der Suspendierung unsere Aktivitas erneut reaktiviert haben, brachten nach jahrelangen Bemühungen wieder das Kunststück fertig, einen eigenen Stil zu kreieren, demzufolge wir wieder einige erfolgversprechende Fuxen und junge Burschen in unseren Reihen haben. Der Jugend sei also unser Respekt gezollt.
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